Ich beschreibe unten psychische und körperliche Folgen nach einem Kaiserschnitt. Nicht alle Mütter haben nach einer Schnittentbindung Beschwerden. Grundlage sind meine Gespräche mit betroffenen Müttern.
Psychische Folgen, die auftreten können:
Rollenverständnis als Mutter/ Frau
Das Rollenverständnis als Mutter und Frau kann massiv beeinträchtigt sein.
Bin ich eine richtige Frau, wenn ich nicht gebären kann?
Das Hadern mit dem eigenen Schicksal führt oft zu Versagens- und Schuldgefühlen.
Mutter-Kind-Bindung
Bedingt durch eine Trennung vom Kind - stunden- bis tagelang - kommt zum gestörten Selbstverständnis in vielen Fällen auch noch ein schwieriger und gestörter Bonding-Verlauf.
"Sie war mir ein halbes Jahr lang fremd, oft wusste ich nicht, was sie brauchte..."
"Bist Du überhaupt mein Kind?"
Sexualität / Körper /Schwangerschaft
Auch die Beziehung zum eigenen Partner und zur eigenen Sexualität wird bei vielen Frauen in Mitleidenschaft gezogen. Eine Ursache der Lustlosigkeit kann die eigene Narbe sein, die mit Scham und Ekel besetzt ist. Manche Frauen machen beim Eincremen einen großen Bogen um die Narbe - sie berühren ihre Narbe nie! Die Angst vor einer erneuten Schwangerschaft ist nicht zu unterschätzen: "Nie wieder möchte ich so etwas Schreckliches erleben“
Man weiß aus Studien, dass Sectiomütter im Vergleich zu Vaginalgebärenden zumindest in den ersten 5 Jahren nach der Geburt deutlich seltener wieder schwanger werden.
Posttraumatische Belastungsstörung
Diese sind aus meiner Erfahrung relativ selten. Sollten Schlafstörungen, Albträumen, Angst, Schreckhaftigkeit unbehandelt bleiben, können sie zu Depressionen, Essstörungen oder Sucherkrankungen führen.
Akute körperliche Folgen, die auftreten können:
Körperliche Langzeitfolgen, die auftreten können:
Menstruationsbeschwerden
Sekundäre Sterilität
Nachfolgeschwangerschaft
Verwachsungen im Bauchraum
Narbe
